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Mein Internationales Intensiv Training damals und heute…

Geschrieben von Jürgen Engel am .

22. August 2007. Ein besonderer Tag für mich. Der Beginn meines ersten 9-tägigen IIT – International Intensive Training- mit Marshall Rosenberg und einem internationalen Trainer:innen-Team in der Schweiz. Es sollte eine Erfahrung werden, die ich den Rest meines Lebens nicht vergessen werde.

Zeitreise: 16 Jahre später: September 2023. Wieder werde ich an einem IIT teilnehmen. Allerdings ist alles inzwischen ein wenig anders: Seit 2008 arbeite ich selbstständig als GFK-Trainer, Marshall weilt nicht mehr unter uns und ich habe bei diesem IIT eine zentrale Rolle inne: Ich bin der Organisator, der zentrale Dreh- und Angelpunkt für die Planung und Organisation dieses Mega-Events.  

Es berührt und inspiriert mich, auf diese Lebensjahre und die Reise und meine Weggefährt:innen zurück zu blicken.

Zunächst zurück nach 2007:

Zwei Jahre hatte ich zu diesem Zeitpunkt GFK gelernt. Rosenberg hatte ich bei einer Veranstaltung 2005 in Frankfurt getroffen und seitdem jedes Seminar, Jahrestraining, Gruppe und Kurs besucht, die ich finden konnte. Zum IIT hatte ich mich bisher nicht getraut. „Da gehen nur die Profis hin“ hatte ich mir bis dahin erzählt.

In der Woche direkt vor dem IIT war ich auch schon in der Schweiz. Selber Ort, ein Family Camp mit Marshall Rosenberg und Team. Ich fuhr die Familie wieder nach Hause und dann direkt wieder zurück in die Schweiz für weitere 9 Tage mit Marshall Rosenberg. Ich konnte nicht genug bekommen…

Man stelle sich das Setting vor: Ein traumhaftes Seminarhaus ganz oben auf dem Berg. Die „Orchidea Lodge“ hieß es damals (Inzwischen „Seminarhotel Wasserfallen”). Ein Trainer:innen Team aus den USA, Schweden, UK, Korea und Frankreich und eine Gruppe von 70 Personen aus 15 Ländern in 5 Kontinenten. Noch wie war ich in einem derart diversen und internationalen Kontext. Wahnsinn! Was für eine Energie!

Die Orchidea Lodge 2007

Die Betreiberin des Hauses ließ uns bald nach der Begrüßung wissen, dass sie „erleuchtet“ sei, eine Story, die ich bis heute gerne erzähle. Damals waren wir zwischen belustigt und irritiert.

Es war vom ersten Augenblick an magisch. Mehr und mehr Menschen kamen den Tag über an, wir saßen beisammen auf der Terrasse mit einem spektakulären Panoramablick. Mit mehr oder weniger Scheu und Vorsicht beschnupperten wir uns und lernten uns kennen. Mit diesen Menschen werde ich 9 Tage zusammen leben und lernen. Alles war neu, alle Menschen waren neu. Es war aufregend, beängstigend, inspirierend, aktivierend, der volle Emotionsmix…

Was dann folgte ist mit Worten nur schwer zu beschreiben. Es ist mehr eine Welle, ein Gefühl, eine wechselnde Intensität, ein Traum, ein Trip, eine Weltreise nach innen und außen. Alles, was Worte nie beschreiben können und doch versuche ich es.

Dann die Eröffnung am Abend. Nur noch schemenhafte Erinnerungen: 70 Menschen im Kreis in einem Raum unterm Dach. Kaum jemand kennt sich und doch ist sofort eine unglaubliche Wärme, Verbindung und Energie im Raum. Ab dem ersten Augenblick. Marshall und Valentina sind da, das Team und das Haus stellen sich vor und wir bekommen einen Überblick, was uns erwartet und wie wir gut für uns sorgen können.

„Die Leute, die versuchen jeden Tag bei allen Sessions dabei zu sein, erkennt man daran, dass sie nach der Hälfte der Tage im Krankenhaus landen“, warnt uns Marshall spielerisch, uns nicht zu übernehmen und auch Pausen einzuräumen. MMS – „Might Miss Something“ ist eine zentrale Herausforderung beim IIT, denn ständig gibt es mehrere unfassbar spannende Sessions, die gleichzeitig laufen und immer musst du wählen wo du hingehst und was du statt dessen verpasst…. Ein schönes Dilemma.

Was mir besonders in Erinnerung geblieben ist, ist die Tiefe an Verbindung und Vertrauen, die in kürzester Zeit mit der Gruppe und vielen Einzelpersonen entstanden ist. Ganz bald fühlte es sich an, wie ein Teil einer riesigen, äußerst empathischen und liebevollen Großfamilie zu sein. Alle hatten sich gegenseitig im Blick. Wenn es dir nicht gut ging, hattest du sofort 5 Menschen, die bereit waren, Zeit zu nehmen und dir Empathie zu schenken.

Ich traute mich Dinge, die ich nie zuvor im Leben getan hatte: Einer Teilnehmerin offenbarte ich meine zärtlichen Gefühle für sie. Einfach so, im Gespräch. Und obgleich sie diese nicht erwiderte, gab es keine Spannung, keine Ablehnung, keine Peinlichkeit. Im Gegenteil, sie konnte mich liebevoll hören, insbesondere mit der Angst und dem Mut, den es mich gekostet hatte, mich so zu zeigen. Ein Erlebnis, welches ich nie vergessen sollte. Und wir würden uns noch oft auf Retreats in der Welt treffen und gute Freunde werden.

Hier sollte ich auch zum ersten Mal Robert Krzisnik treffen und Freundschaft mit ihm schließen. In meinen wildesten Träumen hätte ich mir nicht ausgemalt (er sicher auch nicht…), was wir noch gemeinsam und auch zusammen mit Robert Gonzales erleben würden.

Noch mehr als die immens tiefen Workshop-Sessions genoss ich die informelle Zeit des Zusammenseins rund um die Workshops und insbesondere am Abend. Es gab eine Bar und viele gemütliche Ecken und immer und überall waren Menschen, die zusammen lachten, redeten, Späße machten und einfach die immense Nähe, das Vertrauen und die Verbindung genossen. Es war wie ein Traum, aber es war eben auch real. Könnte man so leben? Hier konnten wir es jedenfalls, warum sollte es nicht immer gehen?

Abends war ich immer unter den Letzten, die schlafen gingen, auf keinen Fall wollte ich auch nur eine kostbare Minute mit den Menschen verpassen. Alles war kostbar, alles war besonders. Und es war leicht. So wenig Angst, so viel Entspannung. So könnte sich das Paradies anfühlen…

Unsere Gruppe in der Schweiz 2007

Marshall führte in seinen Sessions regelmässig seine „Healing Sessions“ durch. Das waren fundamental Tiefe Empathie-Rollenspiele. Marshall nahm da meist die Rolle eines Familienmitglieds, Vater, Mutter, Ehepartner:in etc. ein und gab seinem Gegenüber direkt aus dieser Rolle Empathie. Die Wirkung war überwältigend. Noch nie hatte ich Menschen so tief berührt gesehen, in solch fundamentaler Trauer und Schmerz ganz sicher gehalten, von Marshall und der ganzen Gruppe. Diese Stunde Empathie hat vermutlich oft mehr bewegt als viele Jahre der Therapie. Hier traute ich mich (noch) nicht, mich auch für ein Healing zu melden…

Am letzten Abend der traditionelle Höhepunkt: Die „Non-Talent-Show“. So etwas hatte ich bis dahin nicht erlebt: Alle die Lust hatten, waren eingeladen an diesem Abend auf die Bühne zu gehen und zu zeigen was auch immer sie wollten und vor allem WIE sie wollten. Talent, also ganz besondere Fähigkeiten waren keine Voraussetzung, du warst eingeladen dich zu zeigen, wie du wolltest, mit was du wolltest. Und das am Ende von 9 Tagen in denen Vertrauen und Verbindung untereinander maximal gewachsen waren. Keine weltklasse Performance könnte jemals die Intensität und Faszination erzeugen, die wir dort erlebt haben:

Es gab Lieder, Gedichte, Sketche, Jonglage, Humor und einfach völligst wilde und unvorhergesehene Überraschungen. Wir lachten bis uns die Bäuche weh taten. Absoluter Höhepunkt war eine Persiflage auf Marshall und Valentina. Ein Teilnehmer und eine Teilnehmerin verkleideten sich als die beiden und machten sich auf unnachahmliche Weise über deren Eigenarten und Verhaltensweisen lustig. Allein Marshalls wilder Blick in die Menge, wir konnten nicht mehr….. Marshall und Valentina selbst haben sich gekugelt vor Lachen…. Wow, was für ein Fest.

An diesem letzten Abend ging ich nicht zu Bett. Wir waren alle wie auf Droge. Die Energie kommt von einem anderen Ort. Da war maximale Präsenz, maximale Verbindung. Magie beschreibt es für mich am ehesten. Praktisch ohne Schlaf ging ich in den abschließenden Tag und ging gefühlt 30 Zentimeter über dem Boden. Ich schwebte. Es war ein „Seins-Zustand“, den ich vorher noch nie erlebt hatte. Ich wandelte zwischen den Menschen. Ich traf genau die, mit denen ich noch sprechen wollte, ganz von alleine. Ich saß in der Abschlussrunde genau mit den Menschen, mit denen ich sitzen wollte. Das alles passierte ohne mein Zutun. Ich ließ´ es passieren und bekam exakt was ich wollte. Fast ein bisschen spooky…. 😉

Die Abschlussrunde im großen Kreis unter dem Dach dauerte mehrere Stunden. Immer noch jemand brachte seine Stimme ein und teilte tiefste Erlebnisse und Berührtheit. Wir wollten nicht nach Hause, wir wollten einfach den Rest unseres Lebens in diesem Kreis mit Marshall und Valentina sitzen und diese Energie spüren. Für viele war es ein wirklich schwerer Abschied mit Trauer und Tränen. Fast wie das Paradies verlassen zu müssen.

Was ich damals nichts wusste ist, wie viele dieser Menschen ich wieder und wieder in diesen einzigartigen Kontexten und Orten treffen sollte und was sich daraus entwickeln würde. Unglaubliche 7 TeilnehmerInnen dieses IITs sollten dann wenige Jahre später alle mit mir das erste 2-jährige EURO LIFE Programm mit Robert Gonzales in Deutschland absolvieren. Das Leben ist eine Reise…

Mein lieber Freund Sietse hat damals wundervollerweise Marshalls Lied aufgenommen, mit dem er diese einzigartige Abschlussrunde beendete. Für mich ist dort in Wort, Ton und Gefühl gut festgehalten, an welchem Ort wir uns dort gemeinsam befanden. Nimm dir gerne 2 ruhige Minuten und lass dich in das Gefühl und die Atmosphähre fallen:

Ich fuhr am Ende noch eine Teilnehmerin an den Flughafen in Zurich und von dort nach Hause. Alles ohne Schlaf aber völligst wach. Ich war an eine neue Energiequelle angebunden….

Zu Hause schaute ich auf der Stelle wo das nächste IIT stattfinden würde: Anfang Dezember in den USA….!!! Ich überzeugte meinen Arbeitgeber mir Bildungsurlaub zu geben und 3 Monate später befand ich mich in Albuquerque bei meinem zweiten IIT: Es sollte meine letzte Begegnung mit Marshall und meine erste mit Robert Gonzales werden. Ein weiteres, denkwürdiges Ereignis meiner Reise. Doch dazu vielleicht an einem anderen Tag…

Fast Foward: 2023

16 Jahre sind vergangen, ich kann die Wochen der Retreats und die tiefen Erlebnisse durch diese Reise nicht mehr zählen. Keins davon wollte ich missen. Ich bin zutiefst glücklich und dankbar, diesen Weg zu gehen, diese Menschen getroffen zu haben und weiter zu treffen und das, was mir geschenkt wurde, weiter geben zu dürfen und zu können. Was für ein Luxus!

Und in diesem September ist es soweit: Ich werde mein drittes IIT erleben. Allerdings mit veränderten Vorzeichen und neuer Rolle: Ich bin nicht einfach Teilnehmer, sondern der Initiator und Organisator dieses IITs in Deutschland. WAS für eine Ehre! Was für eine Freude!

Die meisten im Trainer:innen-Team kenne ich schon persönlich, habe mit und für sie Workshops in Deutschland organisiert und daran teilgenommen und es sind Freundschaften entstanden. Es wird voll werden, größer als damals vermutlich. 80 oder mehr Menschen werden erwartet. Ich bin sehr gespannt, wie ich diese 9 Tage jetzt erleben werden. Die Welt ist anders, mein Leben ist anders. Doch eines bezweifle ich nicht: Es wird eine weitere, unvergessliche Zeit in meinem Leben werden.

Vielleicht treffen wir uns ja dort? Ich hoffe, ich konnte etwas von der Magie des IIT aus meiner eigenen Erfahrung transportieren. Überlegst du noch, ob das IIT das Richtige für dich ist?

Bis zum 1. April gilt noch der reduzierte Frühbucherrabatt und daher bieten wir nächste Woche gleich 3 Mal die Gelegenheit mehr über das IIT und die Trainer:innen zu erfahren: John Kinyon und Francois Beausoleil werden je eine kostenlose Übungssession mit anschliessendem Q&A zum IIT halten und auch ich werde an einem Tag Frage und Antwort stehen. Die anderen Trainer:innen Roxy Manning und Iris Bawidamann kannst du natürlich auch noch rechtzeitig vor dem IIT kennen lernen – sehr wahrscheinlich werden wir sogar noch 2 zusätzliche Trainer:innen aus Japan dabei haben. Stay posted!

Hier findest du die Zeiten der 3 Zoom Calls und kannst dich kostenlos dafür anmelden:

27. März 19:00 Uhr – John Kinyon

29. März 19:00 Uhr – Francois Beausoleil

31. März 12:30 Uhr – Jürgen Engel

Unabhängig von den Calls kannst du dich natürlich auch gerne jederzeit direkt bei mir mit allen Fragen zum IIT melden: hallo@klarweit.de

Herzliche Grüße und bis bald
Jürgen

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