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Aufgewühlt …

Geschrieben von Iris Bawidamann am .

Ich bin aufgewühlt. In Aufruhr. Stehe mitten im Sturm, halte die Hände über den Kopf, um mich zu schützen.

Aufgewühlt….

….wie die See nach einem Sturm, ein Sturm, der die großen Muscheln anschwemmt, Steinbrocken und jede Menge Treibholz, der Schiffe zum Kentern bringt. Der Sturm ist vorüber, doch der Wind bläst noch rau und kalt. Die Gischt schäumt, die Wellen überschlagen sich, toben noch, tosen….

Aufgewühlt…

Unruhe, Wut, Zorn, Hass…

Trauer, Sehnsucht…

der tiefe Wunsch nach Vertrauen und Verbindung…..

Der Horizont…

Wo ist der Horizont? Schau auf den Horizont! Nicht auf die Wellen….

Der Horizont…..

Ja, da ist er, ich sehe ihn.

Der Horizont.

Weit da hinten. Unbestechlich steht er da. Eine gerade Linie. Ganz ruhig, unbewegt. Unbeeindruckt vom Sturm. Steht einfach da.

Ich blicke auf den Horizont….

Die Wellen sind noch da, das Tosen; doch es wird ruhiger. Am Horizont ist es ruhig. Wie von einem Magnet angezogen, schweift der Blick in die Ferne….

…ruht am Horizont.

Die tosenden Wellen sind nur noch kleine Rabauken, die sich streiten. Wenn ich den Blick von Horizont abwende und nun auf die Wellen schaue, kommen sie mir klein vor. Doch schnell werden sie mir wieder zu unruhig.

Ich schaue wieder auf den Horizont.

Ruhe kehrt ein.

Ruhe, Weite…

Es ist, als ob das große Ganze in den Blick gerät. Das Getöse wird ein Rauschen. Ich kann die Möwen wieder hören. Die Wellen toben noch immer – ich lasse sie sich austoben

– und schaue auf den Horizont.

Da erscheint ein roter Schimmer im Grau. Die Sonne beginnt unter zu gehen. Der graue Winterhimmel färbt sich rot, die Luft wird kühler, der Wind lässt nach.

Die Wellen werden schwächer und schwächer.

Bald schwappen sie nur noch…..die Ausläufer des Sturmes sind vorbei.

Der Horizont wusste scheinbar die ganze Zeit, dass es vorüber gehen wird. Er stand geduldig über allem, mit einem milden Lächeln. Danke. Danke!

Auch in mir ist es etwas ruhiger geworden. Ich kann den Horizont wieder sehen; die Wellen rollen rhythmisch an Land.

Mich fröstelt, es wird kühl. Der Sturm ist verzogen.

– Der Horizont bleibt.

Unbestechlich.

Selbst in der Dämmerung ist er klar zu sehen.

Ein neuer Tag wird kommen, vielleicht ein neuer Sturm.

Der Horizont – bleibt.

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