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Wenn Kopf, Herz und Seele plötzlich ruhig sind. Ein Vorgeschmack auf Freiheit

Geschrieben von Iris Bawidamann am .

Heute möchte ich ein Erlebnis in Form einer Geschichte mit euch teilen, das ich in meiner täglichen Praxis der Dyadenmeditation, erlebt habe. Es war ein Zustand, den ich nicht einmal erreichen wollte, weil ich keine Ahnung hatte, dass es ihn gibt.

DAS WEISSE ZIMMER. Eine Geschichte über NICHTS und ursprüngliche Freiheit

Ich komme nach Hause und alles ist anders. Alles ist leer. Nichts mehr da. Was ist passiert?

Mein Zuhause ist ein volles Haus. Es gibt viele Dinge dort. Erinnerungsstücke, Praktisches, Unpraktisches, Schönes, Hässliches… Es gehört alles zu mir. Es fällt mir schwer, etwas davon abzugeben. Das wäre, als ob ich ein Stück von mir selbst abgeben würden.

Doch manchmal ist mir das alles zu viel. Dann gehe ich. Ich verlasse mein Zuhause. Lasse alle Erinnerungen hinter mir, spüre Freiheit und Lebendigkeit. Ich genieße die Bekanntheit zu Hause und gleichzeitig ist es oft so durcheinander, unordentlich und voll, dass ich raus muss.

Heute ist es anders. Ich komme nach Hause und mein Haus ist kein Haus mehr. Es ist ein Zimmer. Ein großes, helles, weißes Zimmer. Und das Zimmer ist – leer.

Ich bin erstaunt, erstarrt – und neugierig. Ich betrete das Zimmer. Es fühlt sich leicht und frei an. Es ist still. Es ist, als ob ich zum ersten Mal in meinem Leben Stille erfahren würde. Ich höre das Leben draußen gedämpft, durch die Wände, ich bin dabei und doch nicht.

In meinem alten Haus kam dauernd jemand durch die Tür und legte Dinge bei mir ab. Manchmal blieb jemand länger, manchmal kürzer und selbst wenn niemand da war, war ich nie wirklich alleine unter all den Gedanken, Erinnerungen und Hoffnungen.

Nun ist es einfach still und ich bin alleine.

Alles ist weiß und leer. Trotzdem gemütlich und einladend. Draußen höre ich weiterhin die Stimmen, das Leben.

Ich spüre eine Freiheit jenseits der Freiheit. Es ist still, verbunden und gleichzeitig kann ich völlig frei entscheiden, was als nächstes in mir passieren soll. Nicht draußen. Aber hier in mir, in meinem inneren Zimmer. Ich habe völlig freie Wahl, was ich in meinen Raum lassen möchte und was nicht. Ich höre genug von Leben draußen, um nicht einsam oder abgeschnitten zu sein. Ich höre den Stimmen zu, die draußen surren. Was möchte ich hereinlassen? Alles ist wichtig und gleichzeitig ist nichts wichtig.

Für den Moment lasse ich nichts und niemanden herein. Ich schaue mich um. In diesem Raum, der so leer und doch so einladend und voller Leben ist. Ich habe die Wahl. Ich kann entscheiden. Und selbst wenn ich nicht entscheide, bin ich in diesem Raum sicher, geborgen und gehalten.

Dieser Raum ist in mir. Mein inneres Zuhause ist kein vollgestopftes, unaufgeräumtes chaotisches Zuhause mehr. Mein inneres Zuhause ist ein klarer, heller, weißer Raum. Ich kann ganz bewusst und frei entscheiden, was in diesen Raum kommt und was nicht. Jeder Gedanke, jede Erinnerung, jede Emotionalität. Ich entscheide, jeden Moment neu.

In diesem Raum beginnt Freiheit – nicht weil nichts mehr da ist, sondern weil alles willkommen ist. Dann, wenn ich es wähle.

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Ich bin sehr gespannt, was dieser Text mit der Schilderung meiner Erfahrung in euch auslöst. Schreibt mir gerne im Blog.

Alles Liebe
Iris

Kommentare (11)

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