Wenn Kopf, Herz und Seele plötzlich ruhig sind. Ein Vorgeschmack auf Freiheit
Heute möchte ich ein Erlebnis in Form einer Geschichte mit euch teilen, das ich in meiner täglichen Praxis der Dyadenmeditation, erlebt habe. Es war ein Zustand, den ich nicht einmal erreichen wollte, weil ich keine Ahnung hatte, dass es ihn gibt.
DAS WEISSE ZIMMER. Eine Geschichte über NICHTS und ursprüngliche Freiheit
Ich komme nach Hause und alles ist anders. Alles ist leer. Nichts mehr da. Was ist passiert?
Mein Zuhause ist ein volles Haus. Es gibt viele Dinge dort. Erinnerungsstücke, Praktisches, Unpraktisches, Schönes, Hässliches… Es gehört alles zu mir. Es fällt mir schwer, etwas davon abzugeben. Das wäre, als ob ich ein Stück von mir selbst abgeben würden.
Doch manchmal ist mir das alles zu viel. Dann gehe ich. Ich verlasse mein Zuhause. Lasse alle Erinnerungen hinter mir, spüre Freiheit und Lebendigkeit. Ich genieße die Bekanntheit zu Hause und gleichzeitig ist es oft so durcheinander, unordentlich und voll, dass ich raus muss.
Heute ist es anders. Ich komme nach Hause und mein Haus ist kein Haus mehr. Es ist ein Zimmer. Ein großes, helles, weißes Zimmer. Und das Zimmer ist – leer.
Ich bin erstaunt, erstarrt – und neugierig. Ich betrete das Zimmer. Es fühlt sich leicht und frei an. Es ist still. Es ist, als ob ich zum ersten Mal in meinem Leben Stille erfahren würde. Ich höre das Leben draußen gedämpft, durch die Wände, ich bin dabei und doch nicht.
In meinem alten Haus kam dauernd jemand durch die Tür und legte Dinge bei mir ab. Manchmal blieb jemand länger, manchmal kürzer und selbst wenn niemand da war, war ich nie wirklich alleine unter all den Gedanken, Erinnerungen und Hoffnungen.
Nun ist es einfach still und ich bin alleine.
Alles ist weiß und leer. Trotzdem gemütlich und einladend. Draußen höre ich weiterhin die Stimmen, das Leben.
Ich spüre eine Freiheit jenseits der Freiheit. Es ist still, verbunden und gleichzeitig kann ich völlig frei entscheiden, was als nächstes in mir passieren soll. Nicht draußen. Aber hier in mir, in meinem inneren Zimmer. Ich habe völlig freie Wahl, was ich in meinen Raum lassen möchte und was nicht. Ich höre genug von Leben draußen, um nicht einsam oder abgeschnitten zu sein. Ich höre den Stimmen zu, die draußen surren. Was möchte ich hereinlassen? Alles ist wichtig und gleichzeitig ist nichts wichtig.
Für den Moment lasse ich nichts und niemanden herein. Ich schaue mich um. In diesem Raum, der so leer und doch so einladend und voller Leben ist. Ich habe die Wahl. Ich kann entscheiden. Und selbst wenn ich nicht entscheide, bin ich in diesem Raum sicher, geborgen und gehalten.
Dieser Raum ist in mir. Mein inneres Zuhause ist kein vollgestopftes, unaufgeräumtes chaotisches Zuhause mehr. Mein inneres Zuhause ist ein klarer, heller, weißer Raum. Ich kann ganz bewusst und frei entscheiden, was in diesen Raum kommt und was nicht. Jeder Gedanke, jede Erinnerung, jede Emotionalität. Ich entscheide, jeden Moment neu.
In diesem Raum beginnt Freiheit – nicht weil nichts mehr da ist, sondern weil alles willkommen ist. Dann, wenn ich es wähle.
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Ich bin sehr gespannt, was dieser Text mit der Schilderung meiner Erfahrung in euch auslöst. Schreibt mir gerne im Blog.
Alles Liebe
Iris
Liebe Iris, vielen Dank für deine Erfahrung , wenn es aufhört zu denken und wir die Wahl haben in die Stille einzutauchen. Wenn unser Gehirn leer ist und freie Energie sich ausbreitet und wir fliessen über alle Grenzen hinweg, fühlen uns unschuldig und lebendig.
Normalerweise lesen meine Dyadenpartnerin und ich einen Text von Robert, bevor wir starten, heute haben wir deinen Text gelesen, und konnten uns ganz wunderbar in unseren stillen Raum hineinträumen. Es war wirklich sehr magisch und einladend.
Oh wow, wie schön zu lesen, dass ihr den Text als Einstieg für eure Dyade genommen habt :-). Vielleicht wäre eine schöne Dyaden-Frage: „Wie lebt Stille jetzt in dir?“. lg Iris
Liebe Iris,
ich lese Deine Zeilen und habe dabei „Gänsehaut“.
Es berührt mich zutiefst, von dieser Qualität zu lesen. Ein Gewahrsein, ein Zustimmen, ja das gibt es.
Eine Sehnsucht, ein Wunsch, diesen Zustand öfters zu haben…
Ruhe und Frieden von diesen innerlichen und äußerlichen „Stimmen“, Geräuschen… mit all dem, was sie mit sich bringen…
Dieser Moment im Sein – selbstbestimmt sich auszuwählen, ob oder was ich gerade brauche…
Welche Qualtiät!!!!! Welch heilsamer Zustand!!!
Danke für´s Teilen,
herzlichst, Romana
Hmmmmm, ja, „heilsamer Zustand“ resoniert bei mir auch. Danke!
Liebe Iris, das erinnert mich an ein Buch, das ich gelesen habe von einer Krankenschwester, die immer wieder einen Blick in die geistige Welt haben durfte, wie es ist, wenn wir unseren Körper verlassen haben. Ganz ähnlich beschrieben die Lichtwesen ihre Wohnstätten. Toll, dass du auch schon heute eine Ahnung davon bekommen durftest – und, vielleicht noch viele Male schon hier auf Erden dort verweilen kannst, wenn du es brauchst. Vielleicht ist es aber auch ein kleiner Hinweis, sich vom Materiellen etwas mehr freizumachen, denn evtl. lenken dich die vielen Dinge vom Wesentlichen ab?!?
Wow, Wohnstätte der Lichtwesen hört sich schön an 🙂 Danke für diesen Begriff. Und ja, Materielles kann es sicher immer noch weniger werden…
Früher fühlte es sich so an, als würde ich nicht in meinem eigenen Haus leben, sondern im Haus anderer Menschen. Jetzt hingegen kenne ich mein eigenes Zuhause sehr gut – seine Geschichte, seine Schmerzen, seine Freuden und seine Träume. Ich spüre all das, akzeptiere es so wie es ist und liebe es.
Früher tauchten meine Gedanken, Verhaltensweisen und Gefühle automatisch auf. Heute kann ich zumindest kurz innehalten, hinterfragen und sie an den richtigen Platz setzen – erkennen, was zu mir gehört und was nicht. Und dadurch fällt es mir auch leichter, von außen zu betrachten, was in den „Häusern“ anderer geschehen könnte. Das lässt mich noch verständnisvoller und einfühlsamer gegenüber allen Menschen werden.
Mit meinem ganzen Körper, meinen Gefühlen, meinem Geist und meiner Seele erfahre ich Schritt für Schritt, wie es ist, jetzt und hier als Ganzes präsent zu sein, sicher in meinem eigenen Zuhause, und ich genieße das Leben mit all seinem Schmerz und seiner Schönheit.
Danke für diese Beschreibung deiner Wahrnehmung. Sie resoniert sehr stark in mir!
Früher fühlte es sich so an, als würde ich nicht in meinem eigenen Haus leben, sondern im Haus anderer Menschen. Jetzt hingegen kenne ich mein eigenes Zuhause sehr gut – seine Geschichte, seine Schmerzen, seine Freuden und seine Träume. Ich spüre all das, akzeptiere es so wie es ist und liebe es.
Früher tauchten meine Gedanken, Verhaltensweisen und Gefühle automatisch auf. Heute kann ich zumindest kurz innehalten, hinterfragen und sie an den richtigen Platz setzen – erkennen, was zu mir gehört und was nicht. Und dadurch fällt es mir auch leichter, von außen zu betrachten, was in den „Häusern“ anderer geschehen könnte. Das lässt mich noch verständnisvoller und einfühlsamer gegenüber allen Menschen werden.
Mit meinem ganzen Körper, meinen Gefühlen, meinem Geist und meiner Seele erfahre ich Schritt für Schritt, wie es ist, jetzt und hier als Ganzes präsent zu sein, sicher in meinem eigenen Zuhause, und ich genieße das Leben mit all seinem Schmerz und seiner Schönheit.
Das tut so gut,von deinem Erleben zu hören,mich da rein zu begeben.
Jaaa, Stille,wenn ich heimkomme, in meine Wohnung,ich die Ruhe genießen kann, ohne gleich irgendwas an Geräusch Kulisse haben zu müssen.
Wenn,dann J.S. Bach
Und das entscheide ich,oft auch nur Stille spüren.
Friderike
Liebe Iris – ganz herzlichen Dank…. Marita