Ich dachte, Selbstvertrauen heißt: immer richtig zu liegen
Du hast wahrscheinlich eine gute Intuition. Kennst sie ganz gut. Hast ein Gespür für Dinge — manchmal weißt du in einer Mikrosekunde, was du willst oder brauchst, bevor du überhaupt angefangen hast nachzudenken.
Und dann kommt der Verstand. Er erklärt dir, warum das gerade vielleicht keine so gute Idee ist. Warum du das besser nochmal überdenken solltest.
Wenn ich ehrlich bin, ist da oft eine ganz konkrete Angst: Was, wenn ich meiner Intuition folge — und es klappt nicht? Dann hätte ich den Beweis gegen mich selbst. Dass ich mir nicht vertrauen kann. Dass ich besser auf den Verstand gehört hätte.
Ich glaube, dahinter steckt eine Annahme: Selbstvertrauen heißt, dass ich 100% sicher sein muss, dass es richtig war.
Aber was, wenn das gar nicht stimmt?
Was, wenn Selbstvertrauen bedeutet: Ich gehe mit mir. Ich traue mir zu, mit dem umzugehen, was passiert. Ich lasse mich nicht fallen, egal was kommt.
Wenn ich mir das wirklich glaube — nur ein bisschen — dann brauche ich plötzlich viel weniger: absichern, erklären, auf Gewissheit warten, andere fragen ob das wirklich okay ist so.
Ich versuche das gerade. Öfter auf die erste Stimme hören. Und wenn es dann nicht klappt — mich nicht innerlich fertigmachen, sondern einfach einen neuen Weg suchen.
Dabei helfen mir gerade drei Fragen:
- Was wäre, wenn ich mich irren dürfte?
- Was bräuchte ich, damit ich nach einer Entscheidung auf meiner eigenen Seite bleibe — auch wenn es anders kommt?
- Kann ich mir zutrauen, dann einfach eine neue Lösung zu finden?
Vielleicht ist Selbstvertrauen nicht die Fähigkeit, immer richtig zu liegen. Vielleicht ist es die Bereitschaft, an meiner eigenen Seite zu bleiben.
Im September gibt es beim Awakening to Life Intensiv Raum, das tiefer zu erkunden.
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